
Sie investieren in hochwertiges HPL-Laminat, schneiden die Platte präzise zu, tragen den Klebstoff auf, fügen alles zusammen… und nach ein paar Wochen/Monaten erhalten Sie einen Anruf vom Kunden mit der Mitteilung, dass sich die Kanten der Arbeitsplatte ablösen. Reklamationen im Zusammenhang mit sich ablösendem Laminat stellen für viele Schreinereien und Monteure ein ernstes Problem dar.
Unser Team spricht täglich mit Fachleuten in ganz Polen. Unsere technischen Berater besuchen regelmäßig Werkstätten und Produktionsbetriebe, um Prozesse zu optimieren und Anwendungsprobleme zu lösen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Ursache für den Mangel in den meisten Fällen nicht das Material selbst ist, sondern geringfügige Abweichungen vom technologischen Regime während des Klebevorgangs.
Hier sind die 5 häufigsten Fehler beim Auftragen von Kontaktklebstoffen auf HPL-Laminate, die wir bei unseren Besuchen in den Werkstätten am häufigsten feststellen. Prüfen Sie, worauf Sie achten müssen, um dieses Problem dauerhaft zu beseitigen.
Viele Verarbeiter greifen aus Spargründen zu universellen Budget-Klebstoffen. Der Schlüsselparameter, auf den bei starren Materialien (wie HPL-Laminat) geachtet werden sollte, ist der sogenannte Festkörpergehalt (Trockenmasse).
Jeder Kontaktklebstoff besteht aus einer Basis (Harze, Kautschuk) und einem Lösungsmittel (Trägerstoff). Nach dem Auftragen auf die Platte verdunstet das Lösungsmittel, und es verbleibt nur die Trockenmasse auf dem Material, die die eigentliche Klebeverbindung bildet. Wenn der Klebstoff einen geringen Festkörpergehalt aufweist (was oft bei billigeren Produkten der Fall ist), verdunstet der Großteil seines Volumens einfach, und auf der Platte bleibt zu wenig Bindemittel zurück, um das starre Laminat in Schach zu halten.
Hinweis: Wählen Sie für anspruchsvolle Möbelarbeiten immer einen kontaktklebstoff für HPL-Laminat mit hohem Festkörpergehalt. Das Format können Sie dem Umfang Ihrer Arbeit anpassen: Spray-Kon B707 in der Aerosoldose eignet sich für kleinere Projekte, Montagearbeiten, Service und Nachbesserungen, während Spray-Kon B700 im Kanister die Lösung für Werkstätten und Produktionsbetriebe ist, die regelmäßig großformatige Platten verkleben. Alternativ zu HPL-Laminaten können Sie auch andere professionelle Klebstoffe aus unserem Angebot verwenden. Je nach Bedarf stehen Ihnen STA-PLUS in der Aerosoldose und STA-PLUS im Kanister sowie Spray-Kon MAX in der Aerosoldose zur Auswahl.

Dies ist der häufigste technologische Fehler, der aus dem Wunsch resultiert, die Arbeit zu beschleunigen. Nach dem Auftragen der Klebeschicht auf die Platte und das Laminat muss unbedingt das darin enthaltene Lösungsmittel vollständig verdunsten.
Werden die Materialien zu früh zusammengefügt (wenn die Klebeschicht noch nass ist), wird das Lösungsmittel zwischen den beiden nicht durchlässigen Oberflächen eingeschlossen. Das so eingeschlossene Gas zersetzt die Klebeverbindung allmählich von innen, was nach einigen Tagen zur Bildung charakteristischer Blasen auf der Oberfläche des Laminats führt.
Hinweis: Wenden Sie immer den sogenannten Trockenfingertest an. Warten Sie nach dem Aufsprühen mindestens 2 Minuten (abhängig von der Umgebungstemperatur). Berühren Sie dann die Oberfläche vorsichtig mit den Fingerknöcheln. Wenn der Klebstoff klebrig ist, aber die Hand nicht verschmutzt und sich nicht wie ein Spinnennetz zieht – ist dies der ideale Zeitpunkt für eine sichere Verbindung der Elemente.
Viele Verarbeiter suchen die Ursache für das Ablösen des Laminats ausschließlich in einer falschen Temperatur in der Werkstatt. Obwohl die Thermik wichtig ist, sind plötzliche Änderungen der relativen Luftfeuchtigkeit ein entscheidender und oft ignorierter Faktor. HPL-Laminat verhält sich unter dem Einfluss von Feuchtigkeit wie Naturholz – es „arbeitet“, schrumpft in trockener Umgebung und dehnt sich in feuchter Umgebung aus. Bei extremen Feuchtigkeitsunterschieden kann sich ein Bogen um sogar 1,5 mm pro Meter Länge in seiner Größe verändern.
Das Risiko eines Klebeverbindungsrisses oder der Blasenbildung steigt proportional zur Größe des verklebten Formats. Wenn Sie ein „trockenes“ Laminat direkt aus dem Lager auf eine ausgekühlte oder übermäßig feuchte Möbelplatte kleben, streben die Materialien unabhängig voneinander das hygroskopische Gleichgewicht an. Die dabei entstehenden enormen linearen Spannungen können die Klebeverbindung zerreißen, was unsere Vertreter bei Kundenbesuchen nicht selten diagnostizieren.
PRO TIPP des technischen Beraters: Geben Sie den Materialien Zeit, die Feuchtigkeit auszugleichen und den Gleichgewichtszustand zu erreichen. Spanplatten, Laminate und Gegenzugmaterialien sollten, insbesondere in der Herbst- und Wintersaison, im Raum (optimal) 3 Tage (72 Stunden) gelagert werden. Laminate sollten aus den Kartons genommen und in breiten Rollen aufgestellt werden, um Luftzugang zu ermöglichen. Ideale Bedingungen sind eine Temperatur von ca. 20 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 %.
Eine Schreinerwerkstatt ist eine Umgebung, in der naturgemäß eine hohe Staubbelastung herrscht. Mikroskopisch kleine Staubfraktionen, Sägespäne und mit bloßem Auge unsichtbare fettige Verschmutzungen (z. B. durch Maschinenöle) wirken auf die Klebeverbindung wie ein Isolator. Der Klebstoff verbindet sich mit den Staubpartikeln und nicht mit der Plattenstruktur.
Ein häufiger Fehler ist auch die Verwendung ungeeigneter Lösungsmittel zur Entfettung, die eine chemische Reaktion mit der Oberfläche des Laminats eingehen können.
Korrekte Vorbereitung: Entstauben Sie vor dem Auftragen des Klebstoffs beide Oberflächen sorgfältig mit Druckluft. Zur präzisen Entfettung und sicheren Entfernung eventueller Verschmutzungen von Möbeloberflächen empfehlen wir die Verwendung professioneller Präparate wie Spray-Kon CLEAN oder seiner stärkeren Variante Spray-Kon CLEAN TECH. Sie bereiten den Untergrund effektiv vor, ohne dabei die dekorative HPL-Schicht zu mattieren.
In der Kontaktklebetechnik gilt ein fundamentales physikalisches Prinzip: Über die endgültige Klebkraft entscheidet die Stärke des Anpressdrucks, nicht seine Dauer.
Das Glätten der Oberfläche mit der Hand oder das Abwischen mit einem weichen Material erzeugt nicht den notwendigen Druck für die vollständige Aktivierung der Klebstoffpartikel. Ein unzureichender Anpressdruck, insbesondere an empfindlichen Kanten und Ecken der Formate, ist die direkte Ursache für das spätere „Aufstehen“ des Laminats.
Korrekte Technik: Verwenden Sie zum Verkleben von HPL-Laminaten immer eine harte, schwere Anpressrolle aus Hartgummi, wie z. B. Optimal oder Ideal. Der Walzvorgang sollte von der Mitte des Formats ausgehend mit einer entschlossenen, gleichmäßigen Bewegung zu den Außenkanten hin begonnen werden. Dies gewährleistet die Verbindung der beiden Klebeschichten und die Aktivierung der Klebeverbindung sowie das Verdrängen eventueller Luftreste.

Die Beseitigung von Reklamationen im Zusammenhang mit sich ablösendem Laminat reduziert sich auf die strikte Einhaltung der Grundregeln der Technologie: Auswahl eines Produkts mit geeignetem Festkörpergehalt, Gewährleistung der Akklimatisierung, Verdunstung des Trägerstoffs und Anwendung eines starken Rollenandrucks.
Autor: Technisches Team Spray-Kon